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Siziliens Hauptstadt PALERMO TEIL 1 | Alleine Reisen, Besondere Orte, Hass-Liebe

palermo reisebericht

Wie einige auf Instagram und Snpachat mitbekommen haben, war ich den kompletten Februar über im Süden von Italien. Genauer gesagt in Sizilien, Palermo. Palermo ist die Hauptstadt von Sizilien und liegt an einer Bucht an der Nordküste von Sizilien, zwischen den Bergen Monte Pellegrino und Monte Catalfano und wurde im 8. Jahrhundert gegründet. Heute ist Palermo mit ganzen 676.000 die fünfgrößte  Stadt Italiens.

# Hass-Liebe

Ich habe also einen Monat dort verbracht und muss sagen. Ich liebe und hasse diese Stadt gleichzeitig. Palermo ist lebhaft, laut, hektisch. Der Verkehr ist (ich spreche hier aus der Sicht einer Deutschen) eine Katastrophe. Natürlich, der chaotiche Verkehr ist typisch für Italien, keine Frage! Aber Palermo ist nochmal eine Nummer hektischer und unorganisierter, es gibt scheinbar keine Regeln, fünfspurige Straßen enden plötzlich im Nirgenwo, gehupt wird sekündlich, scheinbar ohne ersichtlichen Grund. Die Straßen werden von Abfällen verschandelt, sowas wie ein Respekt gegenüber unseres Planeten ist meiner Meinung nach kaum spürbar. Und doch habe ich Palermo lieben gelernt, ich bin der Stadt verfallen. Die Mentalität der Menschen ist der Wahnsinn, absolut faszinierend, wie ruhig und relaxed die Süditaliener im Alltag sind, so lebensfroh. Vielleicht aber auch  manchmal gleichgültig, ich weiß es nicht so recht.

Die Gebäude und die Geschichte hinter dieser Stadt ist atemberaubend und das Wetter natürlich, ich meine…Sizilien…! Sonne, Sonne, Sonne – für mich als Sonnenanbeter das Paradies. Und ich war zur Winterzeit dort, das muss also etwas heißen. Im Frühling, habe ich mir sagen lassen, ist es wirklich atemberaubend. Das Wetter, die Hitze, die Strände, die Bäume bunt, in voller Blüte…

# Was muss man gesehen haben?

Ich könnte euch jetzt die Touristischen Plätze nennen, die Capella Palatina, die Palastkapelle Rogers II, oder San Cataldo an der Piazza Bellini. Auch kann euch von dem Theattre Massimo, der Kathedrale Monreal oder der Straßenkreuzung Quattro Canti erzählen, welche Palermo in seine vier Stadtteile teilt. Ich könnte so viel berichten. Über die Touristik, die Historie, Geschichten aus längst vergangener Zeit, berühmte Kirchen, wunderschönen Gebäude…

Aber wisst ihr was? Dafür gibt es einen Reiseführer, und ich kann euch die typisch touristischen Orte auf jeden Fall empfehlen! Am meisten habe ich in Palermo aber die kleinen Gassen geliebt. Abseits der Touristik.

Kleine Geschäfte mit unendlich viel Kram, wunderschönen Vasen, Schmuckstücken, kleinen Kunstwerken, hippen Vitage- Kleidern und ganz viel Kitsch!

Und was so witzig ist: Die entspannte ‚Erhaltung‘ der Häuser. Irgendwelche Fahrräder sind an die Hauswand genagelt, Drähte und Kabel verlaufen Kreuz und Quer durch die Gassen, von Haus zu Haus… Die Wäsche wird ziemlich cool, irgendwie lässig auf den Balkon raus gewurstelt. 100% Italien!

 

 

Stunden habe ich damit verbracht, einfach nur durch die Stadt zu laufen. Und die Foodmärkte, die haben es mir auch angetan! Einfach so bunt, chaotisch, laut, und faszinierend. Gemüse und Obst so weit das Auge reicht, Fischhändler, die vom Hafen kommen, viele, viele Gewürze… Handeln ist hier eine Voraussetzung, ein MUSS! 🙂

 

 

Was auch toll ist: Alleine zum Hafen zu gehen, auf die großen Steine am Wasser zu klettern, ohne Handy, die Augen zu schließen und dem Meer zu lauschen.

 

In der Nacht von Bar zu Bar zu ziehen, die Leute stehen auf der Straße, trinken Wein und Bier, laute Musik, einfach lachen und tanzen. DAS ist Palermo. Hinter der faszinierenden Touristik. Die Menschen leben, feiern, ohne allzu viel an morgen zu denken. Beziehungen und Freundschaft ist unglaublich wichtig. Und die Menschen dort sind unglaublich hilfsbereit. Ohne etwas zu erwarten, das ist wirklich toll! Auf der anderen Seite, wo wir bei dem ‚wahren Palermo‘ sind. Armut. Man spürt es, überall. Viele, viele Menschen, die kein Zuhause haben, keinen Job und krank sind. Menschen, die betteln und in den Müllbergen nach Essen suchen. Zahllose streunende Hunde und Katzen, die zum Teil schwer verletzt sind. Das sind die Schattenseiten dieser Stadt, aber jeder Ort hat seine Schattenseiten, oder nicht? Im Großen und Ganzen ist es aber unglaublich schön, voller Leben, bunt, man muss sich nur darauf einlassen und hinter die Fasade blicken.

 

 

# Alleine in Sizilien

 

Nun zu der Frage, wie ist es denn, alleine zu reisen? Sizilien, vor Allem Palermo gehört zu den Gebieten, wo wie gesagt auch Armut herrscht. Und dann noch die Mafia… Nein, also ich kann euch beruhigen. Von der Mafia bekommst du als 08/15 Mensch nichts mit. Die interessieren sich nicht für dich, also es ist nicht so, dass einer an dir vorbei spaziert und sagt: ‚Heyho, ich bin von der Mafia‘ und dich in seinen Wagen verfrachtet. Ein paar heikle Momente gab es aber. An meinem ersten Tag beispielsweiße war ich etwas verloren und habe versucht, den richtigen Bus zu erwischen, um zu einem bekannten Foodmarkt zu gelangen. Naja, und dann war da so ein Typ, der mir sagte, ich müsse eine bestimmte Straße entlang laufen, um zu meinem Ziel zu gelangen. Gesagt, getan, ich nahm also diesen Weg und bemerkte irgendwann diesen besagten Mann hinter mir… Blödes Gefühl, sofort! Ich wusste, da stimmt etwas nicht, der verfolgt mich… Tatsächlich hat dieser Typ versucht, mich anzufassen. Blöd nur, dass ich dann doch gar nicht so schwach bin. Und Menschen, wie auch Situation sehr gut einschätzen kann. Pech für ihn, ich habe ihm gleich eine mitgegeben. Und ich möchte euch – vor Allem euch Frauen- keine Angst mit dieser Story machen. Nein, ich will euch dazu ermutigen, auch alleine zu reisen, wenn ihr das möchtet. Es ist nur wichtig, sehr sehr vorsichtig zu sein. Meidet einfach Gassen, die einsam und dunkel sind. Haltet euch auf den belebten Straßen auf, fordert das Glück auf keinen Fall hinaus.

Auch bin ich einige Male am späteren Abend nach Hause gelaufen, Autos meinten, hinter mit her fahren zu müssen, Männer haben mich angequatscht. Aber wisst ihr was? Einfach ignorieren. Selbstsicher sein, arrogant aber nicht unfreundlich werden, immer die Höflichkeit wahren. Und sehr sehr vorsichtig sein. Das ist der beste Schutz! Wo wir bei dem Thema anquatschen sind… Es war nicht normal. Als blonde, ich denke insgesamt als ‚ausländische Frau‘ bist du dort echt nicht gesegnet. Oder schon gesegnet, je nachdem, was du dir wünschst :D. Ich war aber auch einfach nicht in flirtlaune. Ich bin eh nicht soo der Flirt-Typ. Klar, hier und da mal ein Blick tut gut. Aber ich konnte manchmal vor lauter Kerlen um mich herum, die mich ‚angegeiert‘ haben, kaum etwas von den Schaufenstern. Und ich übertreibe nicht… Irgendwann, nach dem 23. Mann, der dich zum Kaffee einlädt oder fragt, woher du kommst, was du hier machst, ob du Single bist pipapo, reicht es dir halt auch.  Aber nun gut, man gewöhnt sich dran und so ist halt nunmal auch die Mentalität. Ich habe es meistens versucht, mit Humor zu nehmen, einfach lächeln und winken, haha…

 

Am Ende ist es mir wirklich schwer gefallen, zu gehen. Noch nie habe ich ein Land bereist und habe so sehr mein Herz verloren. Ich habe Freundschaften geschlossen, so viel von dem WAHREN Alltag mitbekommen, ich war voll im Geschehen. Palermo ist wunderschön, trotz der Schattenseiten. Natürlich gibt es Armut, Dreck und Müll, überall rauchende Menschen. Aber dann gibt es da auch die Lebensfreude, die hilfsbereiten Menschen, die Sonne, das tobende Leben, die positive Energie und ganz wenig schlechte Laune. DAS ist Sizilien. Und ich kann es jedem nur an’s Herz legen. Eine meiner schönsten Reisen bisher!

Ach ja. Und mein Lieblingsort? Der Mondello Beach! Wunderschönder Strand!

 

IM TEIL 2 könnt ihr dann meine Insider Tipps nachlesen. Was sollte man UNBEDINGT in Palermo, insgesamt in Sizilien beachten? Die besten Cafés, wo kann man gut feiern gehen, welches Essen lohnt sich, probiert zu werden….

Der Beitrag kommt die Tage online 🙂


 

Bis Dahin, Ciao, Ciao

Euro Vero

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2 Kommentare

  • Antworten Friedhelm Fischer

    Ist ein toller Bericht über Palermo. So könnte ich Palermo durch Catania ersetzen. Wie sie geschrieben haben erweckt in mir Heimatgefühle. Catania muß man auch lieben oder hassen. Freue mich auf Teil 2.
    Viele Grüße

    13. März 2017 um 17:52
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